Guten Abend


Vielleicht noch ein paar Details zum Thema

Das Mietwagengewerbe ist ein Anmeldungsgewerbe
Es sind keine Voraussetzungen zu erfüllen
Anmelden und das wars

Fuer Mietfahrzeuge fällt keine NOVA an.

Wenn man aus dem Kleinunternehmerbedingungen hinaus-optiert fällt für Mietfahrzeuge auch keine Mehrwertsteuer an.

Das verbilligt den Ankauf eines neuen, oder eines gebrauchten aber noch vorsteuerabzugberechtigen Fahrzeuges je nach NOVA Satz um ca 35 bis 40% (nochmal günstiger wird es wenn Flottenrabatte zugestanden werden (und ja, die gibt es auch schon ab dem ersten Fahrzeug, es reicht die Mietwagengewerbeberechtigung. Da reden wir von ca 15 bis 20% zusätzlichem Nachlass).

Die Mehrwertsteuer wird Dir im zweitfolgenden Monat der Zahlung wieder am Steuerkonto gut geschrieben, die NOVA innerhalb eines Monats nach Antrag.

Sollte das Fahrzeug im Ausland gekauft werden dann müssen beide von Beginn an nicht bezahlt werden, es ist aber immer ein bisserl ein Papierkrieg noetig dafür, vor allem mit der Leasingfirma.
Einfacher ist zahlen und rückerstatten lassen.

Voraussetzung dafür ist aber immer dass der Privatanteil der Fahrten nicht mehr als 20% ist.
Werden mehr als 20% der Kilometer selber privat gefahren ist die Mehrwertsteuer und die NOVA nachzuzahlen. Hinweis: Es dürfen mit jedem einzelnen Mietfahrzeuge im Betrieb 20% selbst gefahren werden.

Sämtliche Kosten im Zusammenhang mit der Gewerbeausübung können als steuerwirksame Kosten angesetzt werden und diese reduzieren den Gewinn.

Neben den naheliegenden direkten Kosten wie
- Anschaffung des Wohnmobil
- Extras, das ganze Programm, von GPS Tracker bis zum Solarpaneele oder Generator
- Finanzierungskosten (Leasingraten Anteil)
- Anmeldung
- KFZ Steuer
- Haftpflichtversicherung
- Kaskoversicherung
- Rechtsschutzversicherung
- Garage
- Service
- Wartung
- Reparaturen
- Reinigung
sind damit auch die indirekten Kosten gemeint wie zB
- Bürokosten
- Internetkosten (Erstellung von Firmenwebseite und deren Wartung aber auch der Hotspot im WoMo)
- Handykauf
- Telefongebuehren
- Kosten für Messebesuche zur Aquisation von Vermietungen
- Mitgliedsgebuehren in einschlägigen Vereinen
- vereinzelte Testreisen um Fahrtrouten zu dokumentieren um Kunden persönliche Erfahrungen weitergeben zu können und damit die Erfolgschance auf eine Vermietung zu erhöhen
- Fahrten vom Wohnort zum Büro (sind beim Unternehmer Dienstfahrten, bei Angestellten jedoch nicht)
usw usw usw

Sollte es einen Privatanteil geben (solltet ihr also das WoMo auch selber benützen), dann sind die anteiligen Nutzungskilometer (wenn diese nicht etwa betrieblich veranlasst sind, zb ein Besuch auf der ITB Tourismusmesse in Berlin oder eine Demoreise nach Süditalien um exklusiv für Eure Kunden Stellplätze und Routen und Sehenswürdigkeiten zu listen, zu bewerten oder zu dokumentieren) entsprechend zu berücksichtigen.

Der Betrieb muss auf die Erzielung eines Gewinnes ausgelegt sein.
Es muss nach den Eckzahlen und nach dem Firmenkonzept möglich sein einen Gewinn zu erzielen.
Nur deshalb weil grad mal kein Gewinn gemacht wird ist ein Betrieb noch lange keine Liebhaberei.

Als Faustformel wäre es nicht schlecht wenn der Betrieb ab den vierten oder fünften Jahr kein minus mehr macht, gerade in Zeiten wie jetzt (Corona) ist das aber wohl nicht überall möglich.

Für die Zeit in der Dein Vermietbetrieb einen Verlust macht, kannst Du diesen Verlust von deinen in einer evt. nebenbei bestehenden unselbstständigen Tätigkeit oder anderen Einkünften bezahlten Steuern in Abzug bringen.
Dass bedeutet du bekommst zb deinen Lohnsteuer die zb Dein Dienstgeber das ganze Jahr über von deinem Bruttolohn in Abzug gebracht hat auf Antrag zur Gänze rückerstattet.

Solltest Du keine unselbstständigen Bezüge haben dann erzeugen allfällige Verluste in den Anfangsjahren sg. Verlustvorträge sodass Du bis zur Aufrechnung dieser Verlustvorträge in den späteren Jahren auch dann keine Einkommensteuer bezahlen musst, wenn Du Gewinne machst.

Als Einzelfirma kannst Du auch Personal anstellen. Du wirst wohl jemand fürs Büro brauchen, fürs Internet, fürs Auto putzen oder für die Bereitstellung des Fahrzeuges direkt zum Kunden (je nach Bundesland mehr oder weniger problemlos erhältst Du als Mietwagenfirma auf Antrag auch blaue Überstellungs bzw. Probefahrtkennzeichen, die sind immer nützlich).
Auch diese Personalkosten reduzieren Deinen Gewinn.
Tip: Solltest Du Familienmitglieder beschäftigen dann achte peinlichst genau darauf dass diese Ihre Tätigkeiten detailliert dokumentieren. Da bei geringfügigen Tätigkeiten defacto keine Steuern anfallen, weder für Dienstgeber noch für Dienstnehmer, sieht sich bei einer allfälligen Steuerprüfung der Prüfer derartige innerfamiliäre Dienstverhältnisse immer sehr genau an, ob sie tatsächlich bestanden haben oder ob das nur eine steuerschonende Gewinnverschiebung war.
Unter Ehegatten werden solche Dienstverhältnisse meist gar nicht anerkannt da Ehegatten per Gesetz gegenseitig zur kostenlosen Unterstützung im Familenbetrieb verpflichtet sind,.


Wo ist der Haken?
Naja.

Sinn macht es nur mit Neufahrzeugen oder vorsteuerabzugsfähigen jungen Gebrauchtfahrzeugen.

Die Versicherungen (alle) für Mietfahrzeuge sind ca. (Verhandlungssache) 30 bis 50% teurer als für ein eigenes privates WoMo.

Es gibt für Mietfahrzeuge weder eine ÖAMTC Mitgliedschaft, noch gibt es Garantie oder Gewährleistung vom Hersteller bzw. Händler.

Steuerberaterkosten für eine Einzelfirma liegen bei ca. € 1.000,- jährlich.
Kammermitgliedschaft a paar hundert Euro im Jahr je nach Umsatz.
Sozialversicherung 22% vom Gewinn bis ca. € 70.000,- Gewinn im Jahr, danach 0%

Als (relativ billige) Einzelfirma hast Du für alles die volle persönliche Haftung. Wenn es also Dein Mieter schafft mit dem WoMo die Fähre bei einer Überfahrt in Brand zu setzen ….. dann sehr schlecht, als Zulassungsbesitzer haftest Du im Ernstfall (Deckungssumme der Versicherung voll ausgeschöpft) mit.
Wenn Du dagegen eine (haftungsbeschränkte) GmbH gründest wird der ganze Steuerberater Kram gleichmal doppelt so teuer (mindestens).


Und natürlich der Ärger mit den Mietern:
Beschädigungen
Unsachgemässer Gebrauch
Übermäßige Abnuetzung
Versteckte Schäden bei Rückgabe
Unfälle
Betrug
Totalverlust


Das alles musst Du in der von dir kalkulierten Mietspanne unterbringen …