Hallo Mathias,
danke für Deine Nachricht. Was das thema PV-Anlage bzw Batterie und deren Dimensionierung anbelangt bin ich vollkommen Deiner Meinung. Ich habe neben dem WoMo auch eine Almhütte in Tirol und dort ebenfalls eine PV-Inselanlage - dort habe ich die Dimensionierung genau nach diesen Bedarfsüberlegungen vorgenommen. Das ist richtig so und dort aber auch einfacher zu berechnen. Was das WoMo anbelangt, muss ich aber folgendes erklären:
Ich fühle mich hier im Campingforum eher als Gast denn als Profi, denn ich habe vor rund 15 Jahren meine erste WoMo-Tour gemacht (Italien mit meinen kids) und vor 9 Jahren meine Zweite (Nordkapp mit meinem Sohn). Jeweils ausgeborgte Alkoven. Das wars. Sonst bin ich eher der leidenschaftliche Autofahrer und besitze mehrere Oldtimer. So ist auch mein nunmehriges WoMo zu sehen - ich habe mir vor rund 15 Monaten einen VW T3 Syncro gekauft, und um den gehts. Er ist voll ausgestattet als kleines "Expeditionsfahrzeug" und eine echte eierlegende Wollmilchsau, kann einfach alles. Die komplette Ausstattung der PV, der Laderegler, der Ladebooster, die Wechselrichter und die Batterie waren demnach auch schon drin. Die aktuelle, nun schwächelnde Batterie als 200Ah AGM ebenfalls. Der Vorbesitzer war damit zb in Marokko.
Bisher (in den 15 Monaten seit ich ihn habe) beschränkte sich mein Campingverhalten mit dem Bus auf gerade mal 2 kleinere Touren mit in Summe 5 oder 6 Campingtagen. Als Allrad-Syncro gerne auch auf unbefestigten Wegen, zb die alten Militärstraßen auf den Bergen im Trentino. Die meißte Zeit steht der T3 in einer Garage, allerdings ohne Strom und Heizung.
Da es bei mir aber Richtung Pension geht, wird sich das in den nächsten Jahren doch einigermaßen erhöhen und es würde mich nicht wundern, wenn ich da auf 50 Campingtagen oder mehr im Jahr kommen werde. Als Reiseziel ist fast alles möglich, sowohl in den Süden (Sardinien, wo ich seit Jahren immer wieder bin) als auch vorallem wieder in den Norden. Wenn alles gut geht, stünde auch wieder eine Nordkappfahrt auch mal im Winter auf meiner todo-Liste. Und da fängts schon an - vom Süden im Sommer mit viel Sonne bis zum Norden im Winter mit überhaupt keiner Sonne. All das sollte u.a. auch bzgl Stromversorgung machbar sein.
Vom Strombedarf selbst wirds eher überschaubar bleiben. Abgesehen vom Kompressorkühlschrank (genau da merkte ich eben, dass die AGM hinüber ist) brauche ich neben Licht eigentlich nur bissl Strom für ein paar Akkus zum Laden (Laptop, Handy, Tablet, Drohne etc) - und eben dann auch je nach Reisezeit und Reiseziel die (Diesel-)Standheizung. Und ja, wenn irgendmöglich bevorzuge ich das Freistehen - in der Praxis steuert man aber ja doch alle 3 bis 4 Tage dann doch einen Campingplatz an. Was ich sicher nicht bin ist ein Camper, der irgendwohin auf einen Campingplatz fahrt und dann dort 3 Wochen Urlaub macht und wieder retour fährt!
Ich tue mir also schwer, hier ein genaues Bedarfsprofil auszurechnen, so wie Du vorschlägst bzw ich es für die Almhütte gemacht habe. Da eine AGM 200Ah im Bus drin war und ich eben an der Elektrik möglichst wenig herumpfuschen will (bin eher der Maschinenbauer als der Elektriker - Batterie selber basteln werde ich nicht) ist die Überlegung, den Ziegel 1:1 zu ersetzen, aber eben mit LiFePo4 statt AGM.
Aus einem anderem Forum, wo ich meine obigen Eingangsfragen gestellt habe, habe ich schon erfahren, dass ich bei LiFePo4 keine Rücksicht auf die eventuelle Kleinheit der PV-Anlage nehmen muss, da es bei dieser Batterie nicht wichtig ist, dass sie immer wieder voll aufgeladen wird. Da kann man scheinbar auch sehr lange irgendwo zwischen zb 20% und 70% Ladezustand rumgurken, und trotzdem schadet es der Batterie nicht bzw kann sie, wenns dann wieder Lademöglichkeiten gibt (zb Landstrom) wieder die volle Kapazität rein bringen. Das spricht also mal dafür, dass ich bei einer Größe von 200Ah auch bei LiFePo4 bleibe. Und da gibts auch genug Auswahl eben mit der Polanordnung 4.
Damit bleibt aber die Frage, reicht ein billiger Chinakracher, oder solls eine Markenbatterie mit allen möglichen Zusatzfeatures sein (auch wenn die im Endeffekt wahrscheinlich auch aus China kommt).
Ich habe mit zuletzt tagelang youtube-Videos angesehen. Scheinbar sind auch die billigen Batterien von der Kapazität und der entnehmbaren Leistung i.A. vollkommen in Ordnung. Wenn eine LiFePo4 kaputt wird, dann dürfte es vor allem am BMS liegen. Das ist eben einerseits der Vorteil einer solchen Batterie gegenüber einem klassischen Bleiziegel, dass sie intelligent verwaltet wird - andererseits eben auch der größte Schwachpunkt: die Elektronik, die eben plötzlich kaputt gehen kann. Und genau da wäre jetzt die Frage, ob teure Markenbatterien hier ein besseres und robusteres BMS haben oder nicht. Vielleicht sind auch BMS, die bluetoothfähig sind, schon mal grundsätzlich bessere Bauteile als solche ohne.
Noch eine Anmerkung: Meine Batterie ist im Innenraum unter der Sitzbank verbaut. Also theoretisch gegen Kälte ganz gut geschützt. Aber eben im Winter zum Nordkapp und wenn ich da den Wagen vielleicht mal ein oder 2 Tage stehen lasse ohne drinnen zu sein - da kanns schon auch mal kalt werden dann. Wäre jetzt nicht so schlimm, weil erstens ist im Winter dort oben eh keine Sonne, zweitens kann ich die PV-Anlage von der Batterie trennen. Aber wenn ich losfahre - was ist, wenn der Ladebooster laden will, die Batterie aber -10Grad hat???
lg
choice


Zitieren